Ratgeber · Praxis & Geld
Honorar in der Ernährungsberatung: Warum 90 € pro Stunde kein Luxus sind
90 € für eine Beratungsstunde klingen nach viel, bis man die Rechnung einmal ehrlich aufmacht. Was von deinem Stundensatz wirklich übrig bleibt und wie du deinen eigenen Preis herleitest.
- Vom Stundensatz zum Nettolohn: Fixkosten, Vorsorge und Steuer zuerst
- Beispielrechnung: aus 90 € brutto werden rund 46 € netto pro Stunde
- Unbezahlte Stunden entscheiden, ob deine Preise tragen
Der Denkfehler
Dein Stundensatz ist nicht dein Lohn.
Als Angestellte ist der Stundenlohn das, was aufs Konto fließt. Als Selbstständige ist der Stundensatz dein Umsatz, und der bezahlt zuerst alles andere: Praxis-Fixkosten, Kranken- und Altersvorsorge, die Steuer-Rücklage und jede Arbeitsstunde, die dir niemand vergütet. Wer seinen Preis an Angestellten-Stundenlöhnen ausrichtet, subventioniert die eigene Praxis aus dem Privatleben. Der ehrliche Weg führt andersherum: vom gewünschten Nettoeinkommen rückwärts zum nötigen Stundensatz.
- Stundensatz ist Umsatz, nicht Lohn
- Kalkuliert wird rückwärts: vom Wunsch-Netto zum Satz
Die Beispielrechnung
Aus 90 € brutto werden 46 € netto.
Ein realistisches Solo-Szenario: 15 abrechenbare Beratungsstunden pro Woche zu 90 €, an 44 Arbeitswochen im Jahr. Das ergibt 59.400 € Jahresumsatz und klingt komfortabel. Zieh 350 € monatliche Fixkosten ab, dann 20 Prozent für Kranken- und Altersvorsorge und 25 Prozent Steuer-Rücklage vom Rest: Übrig bleiben rund 30.400 € netto im Jahr, also gut 2.500 € im Monat. Pro geleisteter Beratungsstunde sind das etwa 46 €, gut die Hälfte des Satzes auf der Rechnung.
- 15 h × 90 € × 44 Wochen = 59.400 € Jahresumsatz
- Nach Fixkosten, Vorsorge und Steuer-Rücklage: gut 2.500 € netto im Monat
Unbezahlte Zeit
15 abrechenbare Stunden sind ein voller Job.
Warum nur 15 abrechenbare Stunden? Weil auf jede Beratungsstunde unbezahlte Zeit kommt: Vor- und Nachbereitung, Dokumentation, Protokoll-Reviews, Anfragen, Buchhaltung, Fortbildung, Sichtbarkeit. Und weil ein Jahr keine 52 Arbeitswochen hat, sobald Urlaub, Krankheit und die ruhigen Sommerwochen ehrlich eingepreist sind. Je mehr dieser unbezahlten Zeit dein Werkzeug schluckt statt du, desto mehr Stunden kannst du tatsächlich abrechnen, oder desto früher ist Feierabend.
- Doku, Akquise und Verwaltung bezahlt niemand extra
- 44 Arbeitswochen sind realistischer als 52
Preisgestaltung
Pakete verkaufen sich leichter als Stunden.
Mit einer belastbaren Kalkulation ändert sich auch das Verkaufen: Statt eine Einzelstunde zu rechtfertigen, verkaufst du ein Betreuungspaket mit klarem Rahmen, zum Beispiel drei Monate Begleitung mit Terminen, Plan und Portal-Betreuung. Pakete machen deinen Wert sichtbar, glätten deinen Kalender und senken die Hemmschwelle, über Geld zu sprechen. Dazu gehört eine vorab vereinbarte, freundlich kommunizierte Ausfallregelung, denn verpasste Termine sind bei knapper abrechenbarer Zeit der teuerste Posten überhaupt.
- Pakete statt Einzelstunden: Wert sichtbar machen
- Ausfallregelung vorab vereinbaren statt hinterher ärgern
Selbst rechnen
Dein Honorar, deine Zahlen.
Deine Zahlen sind andere als die im Beispiel, und genau dafür gibt es den kostenlosen Honorar-Rechner auf nutriam.app: Stunden, Satz, Arbeitswochen und Rücklagen anpassen, Ergebnis sofort sehen, ohne Anmeldung. Alle Werte sind Richtwerte und ersetzen keine Steuerberatung. Und wenn dich die unbezahlte Verwaltungszeit stört: Genau die nimmt dir nutriam ab, mit Online-Terminbuchung, GoBD-Rechnungen und einem Kundenportal, das Rückfragen und Zettelwirtschaft reduziert.
- Honorar-Rechner: kostenlos, ohne Anmeldung, rechnet im Browser
- Richtwerte zum Anpassen, keine Steuerberatung
In der Praxis
Vieles davon nimmt dir dein Werkzeug ab.
nutriam ist für genau diese Arbeitsweise gebaut: GoBD-konforme Rechnungen mit Festschreibung, dokumentierte Einwilligungen, saubere Akte. In der Live-Demo zeigen wir dir den kompletten Ablauf an einem echten Fall.
Passendes Werkzeug
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